Das Wunder von Basel oder die Krise als Chance
Astrid Staufer
Astrid Staufer war 2018-22 in der Begleitgruppe Städtebau ‹Basel 2050›. Nun singt sie eine Hymne auf unerschrockene Akteure, gewagte Wettbewerbe und Verwaltungen, die ermöglichen, statt zu verhindern.
Von aussen betrachtet scheint sich in Basel gerade ein kleines Wunder zu ereignen. Während sich europaweit die Klagen über die Unbewältigbarkeit der Klimakrise mehren, werden hier unter den gegebenen Umständen ungeahnte Kräfte freigesetzt. Erstaunlicherweise wirken diese Kräfte aus den unterschiedlichsten Richtungen auf eine sich immer stärker zentrierende Dynamik ein. In ihrem Sog werden die Hürden unvereinbarer Widersprüche und erstarrter Grenzen scheinbar elegant überwunden.
Wir müssen es wollen.
Dass die Zukunft der Stadt letztlich ein gemeinsamer Weg ist, ein gemeinsames Werk, das wir nicht mehr den spezialisierten Fachstellen und -disziplinen überlassen dürfen, manifestiert sich auch im ambitionierten Versuch, die Bevölkerung in den verschiedenartigsten Formaten – mit Dialogtagen, Museumsausstellungen, öffentlichen Diskussionen, Spezialpublikationen und vielem mehr – nicht nur zum Diskurs einzuladen, sondern durch mutiges Hinterfragen scheinbar unverrückbarer Hierarchien und Dominanten wachzurütteln und zum Handeln aufzufordern.
in: grau blau grün Magazin #0, 2024, S. 14 –15.

