Vorlesungen


Hochbau Einführung

Ziele der Lehrveranstaltung
Verstehen von sichtbaren oder verborgenen Formzusammenhängen vor dem Hintergrund materialtechnischer und baugeschichtlicher Entwicklungen.

Inhalt der Lehrveranstaltung
Architektur ist eine Kunst, die bereits im Wortstamm die bauende Tätigkeit beinhaltet. Der Beruf des „Tektonn“ – griechisch für Zimmermann – darf als einer der Ursprünge des kultivierten Bauens betrachtet werden. In der Baugeschichte wurden handwerkliche Baumethoden immer wieder neu in Kunstformen überführt, sei dies durch Verfeinerung, geometrische Raffinesse oder Metamorphose. Der griechische Tempel hätte niemals zu seiner marmornen Gestalt gefunden, ohne dass im vorangegangenen Holzbau Gesetze und Formen entwickelt worden wären, die dann in das dauerhaftere Material verwandelt werden konnten.

So wurde über die Zeit und bis heute Architektur gedacht und weiterentwickelt. Das Grundverständnis aber blieb konstant. Es ist das Wissen um die elementaren bauenden Tätigkeiten, deren Ursprung in der Schwerkraft, in der Differenz des Unten und Oben liegt. So entstand und entsteht das Errichten, Schichten, Raumschaffen, Öffnen, Schließen und Schützen. Je nach verwendetem Baumaterial findet dieser bauende Prozess zu dieser oder jener Kunstform. Die Kenntnis solcher prozessualer Abläufe bildet die Grundlage für späteres Detailwissen und für das Weiterentwickeln heutiger Baukunst.

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Hochbau Einführung, 1. Semester


Hochbau 1

Vom Baugedanken zur Baukonstruktion
Wie der Wandel der Baustile in Wechselwirkung mit dem Wandel der Konstruktionsweisen steht

Ziele der Lehrveranstaltung
Anliegen der Vorlesungsreihe ist es, neben der Vermittlung baukonstruktiver Kenntnisse, die Studierenden dazu anzuhalten, die Genese grundlegender technischer Lösungen aus ihrer Entstehungszeit heraus besser zu verstehen und in ihrer Relevanz für das eigene Tun zu prüfen.

Inhalt der Lehrveranstaltung
Es werden exemplarische Konstruktionen aus der Architekturgeschichte analysiert und unterschiedliche Formen und Bedeutungsebenen des Konstruierens dargestellt und erläutert.
Im Fokus stehen die Wechselwirkungen, die sich zwischen dem Baugedanken – bedingt durch den Zeitgeist der jeweiligen Epoche und andere kulturelle Hintergründe –, dem Wunsch nach Ausdruck sowie diversen Konstruktionsmethoden ergeben. In diesen Kontext gehören ferner rein technische Fragen wie Statik, Technologie, Bauweisen, Materialeigenschaften und bauphysikalische Anforderungen. Diese Aspekte werden in ihrer Komplexität erfasst und veranschaulicht. 
Weiterhin wird das Verhältnis der konstruktiven Struktur zu Form, Raum und Licht aufgezeigt.
Die geschichtliche Entwicklung hat dank der engen Verbindung mit dem wissenschaftlichen Fortschritt, dem Wandel von Bauweisen und Techniken immer wieder neue Erscheinungsformen elementarer Konstruktionselemente wie Wand, Säule, Träger und Dach generiert.
Dabei ist ein komplexes System von Bezügen, Analogien und Ambivalenzen zwischen gleich- bzw. andersartigen Konstruktionsformen entstanden. Zusammen ergeben sie ein imaginäres Archiv, das uns heute offensteht.

Prüfungsstoff
Der Prüfungsstoff bezieht sich auf die aktuellen Vorlesungen und kann jedes Jahr leicht variieren.

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Hochbau 1, 3. Semester